Die Pudelrasse in der Systematik der FCI (gem. Wikipedia)

Die Fédération Cynologique Internationale, der größte internationale kynologische Dachverband, systematisiert die durch sie anerkannten Hunderassen durch Aufteilung in Gruppen und Sektionen, die teils nochmals unterteilt sind.

FCI - STANDARD  Nr. 172 / 14. 04. 1999 / D

Ursprung:          Frankreich

Klasifikation:      Gruppe 9 - Gesellschafts- und Begleithunde

Sektion:             Pudel

Ohne:                Arbeitsprüfung

GRÖSSE  (Widerristhöhe) 

Grosspudel

Über 45 bis 60 cm, mit einer Toleranz von 2 cm. Der Großpudel soll einen vergrößerten Kleinpudel darstellen und auch dessen typische Merkmale aufweisen. 

Kleinpudel

Über 35 bis 45 cm.

Zwergpudel

Über 28 bis 35 cm. Der Zwergpudel soll einen verkleinerten Kleinpudel darstellen und nach Möglichkeit dieselben Proportionen, unter Ausschluss jeglicher Verzwergungsmerkmale, aufweisen.
Toy-Pudel

Unter 28 cm. (Der erwünschte Idealtyp wäre 25 cm). Der Toy stellt in seinem Gesamtbild das Aussehen eines Zwergpudels dar, und gleiche Proportionen erfüllen alle Standardbedingungen. Alle Merkmale einer Verzwergung sind ausgeschlossen, nur das Hinterhauptbein ist weniger betont.

ALLGEMEINES  ERSCHEINUNGSBILD
Harmonisch, von mittleren Proportionen, mit charakteristischem gelocktem oder geschnürtem Haarkleid. Er erweckt den Eindruck eines intelligenten, stets wachsamen, munteren, sowie harmonisch gebauten Hundes, der sehr elegant und stolz ist.  

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN)
Er zeichnet sich durch seine Treue, Gelehrigkeit und Ausbildungsfähigkeit aus, was ihn zum besonders angenehmen Gesellschafter macht.

WEITERE  MERKMALE (für die Interessierten, die noch Ausdauer haben...)

HAARKLEID
Wollpudel
Pudel mit lockigem Haar (Wollpudel) : Üppig, von feiner, wolliger Textur, gut gekräuselt, elastisch und dem Druck der Hand widerstehend. Die Wolle soll sehr dicht, reichlich, von gleichmäßiger Länge, ebenmäßige Locken bildend und üblicherweise gekämmt sein. Unerwünscht ist ein Haar, das sich hart anfühlt oder rosshaarähnlich ist; es ist gegenüber der vorschriftsmäßigen Haarqualität zurückzustufen.

Schnürenpudel
Reichliche Wolle von feiner Textur, wollig und dicht, charakteristische Schnüre von gleicher Länge bildend, die mindestens 20 cm lang sein sollen. Sie werden um so höher eingeschätzt, je länger sie sind. Um einen unordentlichen Eindruck zu vermeiden, ist es gestattet, die Kopfhaare oberhalb der Ohren mit einem Band zusammenzuhalten und die Haare am Rumpf entlang des Rückens zu scheiteln.

FARBE

Regelmässige Farbe: Schwarz, Weiss, Braun, Grau, Apricot und Rotfalb
Braun: Sollte rein, ziemlich dunkel, regelmässig und warm sein. Beige und seine helleren Abstufungen sind nicht zugelassen.
Grau: Muss regelmässig sein, rein, soll weder ins Schwarze noch ins Weisse gehen
Apricot: Muss regelmässig sein, ohne Abstufungen ins Beige oder Cremefarbene auch nicht ins Rotfalbene.
Rotfalb: Muss regelmässig über den ganzen Körper sein. Es darf niemals ins Apricotfarbene gehen.

KOPF
Vornehm, gradlinig, in Proportion zum Körper. Seine Länge soll etwas mehr als zwei Fünftel der Widerristhöhe ausmachen. Er darf weder schwer noch massiv wirken, aber auch nicht übertrieben fein sein. Seine Form soll unter der Haut, die ihn bedeckt, klar erkennbar sein.

OBERKOPF
Schädel
Gut geformt. Seine Breite beträgt weniger als die Hälfte der Kopflänge. (Die Seitenlinie bildet mit der Längsachse einen Winkel von 16° bis 19°). Von oben betrachtet erscheint der Schädel in der Längsachse oval, im Profil leicht konvex. Die Längsachsen sind leicht auseinanderlaufend.

Augenbrauenbogen
Mäßig betont, mit langem Haar bedeckt.

Stirnfurche
Breit zwischen den Augen, zum stark ausgeprägten Hinterhauptbein abnehmend. (Beim Zwergpudel darf das Hinterhauptbein weniger betont ausgebildet sein).

Stop
Sehr gering ausgeprägt, wie bei Hunden von mittleren Proportionen üblich.

GESICHTSSCHÄDEL

Nasenschwamm
Betont und gut entwickelt, im Profil gesehen senkrecht, Nasenlöcher gut geöffnet. Bei schwarzen, weißen und silbernen Hunden ist die Nase schwarz; bei den braunen ist sie braun; bei den Apricot-Pudeln reicht die Farbspanne von dunkelbraun bis schwarz, ohne dass diese letztere Farbe bevorzugt, jedoch akzeptiert wird, um einem eventuellen Pigmentierungsmangel vorzubeugen.

Fang
Oberes Profil gradlinig, in der Länge ca. neun Zehntel der Schädellänge entsprechend. Die beiden unteren Kieferknochen verlaufen fast parallel. Der Fang erscheint kräftig und elegant, jedoch nicht spitz. Das untere Profil wird durch die Kiefer, nicht durch den Rand der Oberlippe bestimmt.

Lefzen
Schwach entwickelt, eher trocken, von mittlerer Dicke. Die Oberlippe liegt auf der Unterlippe, ohne überzuhängen. Bei den schwarzen, weißen und silbernen Pudeln sind die Lefzen schwarz. Bei den braunen sind sie pigmentiert; bei den Apricot-Pudeln reicht die Farbspanne von dunkelbraun bis schwarz, ohne dass letztere Farbe bevorzugt wird, jedoch, um Pigmentierungsproblemen bei den Apricot-Pudeln vorzubeugen, akzeptiert wird. Der Lefzenwinkel darf nicht ausgeprägt sein.

Kiefer / Zähne
Normal schließend, Zähne kräftig. Das Fehlen eines Molaren 1 oder 2 (M1 oder M2) im Oberkiefer oder eines Molaren 2 oder 3 (M2 oder M3) im Unterkiefer wird weder beim Richten noch bei der Zuchtauswahl bestraft.

Backen
Nicht hervortretend, durch Knochen geformt. Die Partie unterhalb der Augen ist gut gemeißelt und gering ausgefüllt. Die Kaumuskeln sind wenig entwickelt, die Jochbeine treten nur sehr gering hervor.

Augen
Feuriger Ausdruck. In Höhe des Stirnabsatzes, leicht schräg eingesetzt. Mandelförmige Lidspalte. Bei den schwarzen, weißen, silbernen und apricot Pudeln sollen die Augen schwarz oder tief dunkel- braun sein. Braune Pudel dürfen dunkel bernsteinfarbene Augen haben.

Ohren
Ziemlich lang und entlang den Wangen herabhängend. Der Ansatz befindet sich in der Verlängerung einer Linie, die vom Profil der Nasenkuppe ausgeht und unterhalb des äußeren Augenwinkels verläuft. Flach, unterhalb des Ansatzes breiter, Spitzen abgerundet, mit sehr langem, welligem Haar bedeckt. Pudel, deren Ohrleder nicht bis zu den Lefzenwinkeln reichen, dürfen nicht mit der Note « Vorzüglich » bewertet werden.

HALS
Fest, Nackenlinie leicht gebogen, von mittlerer Länge, gut proportioniert; den Kopf hoch und stolz tragend. Ohne Wammenbildung. Im Schnitt ist der Hals oval. Seine Länge soll geringer als die des Kopfes sein.

KÖRPER
Der Körper des Pudels ist wohlproportioniert; die Länge übertrifft in der Regel die Widerristhöhe.

Widerrist
Mäßig ausgeprägt.

Rücken
Kurz, von harmonischer Linienführung. Weder Karpfen- noch Senkrücken. Widerrist und Kruppe sollen sich ungefähr auf derselben Höhe befinden.

Lenden
Fest und muskulös.

Kruppe
Gerundet, jedoch nicht abfallend.

Vorbrust
Normal, entsprechend einem Pudel von mittleren Proportionen. Die Spitze des Brustbeins soll leicht hervortreten und ausreichend hoch liegen, um eine hohe, graziöse und vornehme Kopfhaltung zu gewährleisten.

Brustkorb
Bis zu den Ellenbogen reichend. In der Breite zwei Drittel der Tiefe entsprechend (gemessen von der Wirbelsäule bis zum Brustbein). Der Brustumfang, hinter den Schultern gemessen, sollte die Widerristhöhe um wenigstens 10 cm übertreffen.

Rippen
Ovales Rippenschiff. Im Bereich des Rückens breit.

Untere Profillinie und Bauch
Aufgezogen, jedoch nicht windhundartig wirkend.


RUTE
Ziemlich hoch, auf Höhe der Lendenpartie angesetzt. In der Bewegung wird die Rute schräg nach oben gerichtet getragen.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND
Die Vorderläufe sind vollkommen gerade und parallel gestellt. Elegant, gut bemuskelt, mit guten Knochen. Der Abstand, gemessen vom Ellenbogenhöcker bis zum Boden, entspricht fünf Neuntel der Widerristhöhe.

Schultern
Schräg liegend, gut bemuskelt; das Schulterblatt soll mit dem Oberarm einen Winkel von 90° bis 110° bilden.

Oberarm
Die Länge des Oberarms entspricht der des Schulterblattes.

Vorderfusswurzelgelenk
In Verlängerung des Unterarms.

Vordermittelfuss
Kräftig, aber nicht massiv, von der Seite gesehen fast gerade.

Vorderpfoten
Eher klein, fest geschlossen, ein kurzes Oval bildend. Zehen gut gewölbt, sehnig, kompakt, durch Schwimmhäute verbunden, senkrecht auf harten und dicken Ballen stehend. Die Krallen sind bei den schwarzen und silbergrauen Pudeln schwarz, bei den braunen sind sie schwarz oder braun. Bei den weißen Pudeln können die Krallen hornfarben oder von unterschiedlicher Pigmentierung bis hin zum Schwarz sein und müssen der allgemeinen Pigmentierung entsprechen. Weiße Krallen sind ein Fehler ! Bei den Apricot-Pudeln sind die Krallen braun, und zwar in allen Abstufungen vom Dunkelbraun bis hin zum Schwarz, wobei letztere Farbe nicht zu bevorzugen, aber zu tolerieren ist.

HINTERHAND
Von hinten betrachtet sollen die Läufe parallel gestellt sein. Muskulatur gut entwickelt und deutlich in Erscheinung tretend. Die Verbindung zum Sprunggelenk ist ziemlich gewinkelt. Die verschiedenen Gelenkwinkel (Hüft-, Knie- und Sprunggelenk) müssen so ausgeprägt sein, dass jegliche Steilheit vermieden wird; diese hat manchmal eine unerwünschte, abfallende Kruppe zur Folge.

Schenkel
Gut bemuskelt und kräftig.

Hintermittelfuss und Fusswurzel
Vertikal. Der Pudel muss ohne Afterkrallen geboren werden.

Hinterpfoten
Siehe Vorderpfoten.

GANGWERK
Der Pudel hat eine tänzelnde und leichtfüssige Gangart. Er darf nie einen fließenden oder gestreckten Gang haben.

HAUT
Geschmeidig, ohne Schlaffheit, pigmentiert. Bei schwarzen, braunen, silbergrauen und apricotfarbenen Pudel muss die Pigmentierung der Farbe des Haarkleides entsprechen. Bei den weißen Pudeln wird eine silbergraue Hautfarbe angestrebt, dies darf aber keinen Einfluss auf die Farbe des Haarkleides haben. Bei manchen weißen Pudeln weist die helle Haut Pigmentflecken auf; nicht nur an den inneren Körperseiten (dies kommt häufig vor), sondern über den gesamten Körper verteilt. Dies ist nicht als fehlerhaft anzusehen. Die generelle Pigmentierung soll möglichst kräftig sein. Lider, Nasenschwamm, Lefzen, Zahnfleisch, Gaumen, Schleimhäute, natürliche Öffnungen, Hodensack und Ballen : bei schwarzen, weißen und grauen Rassevertretern muss die Pigmentierung schwarz, bei braunen muss sie dunkelbraun sein. Bei Apricot-Pudeln soll sie so regelmäßig und dunkel wie nur möglich, in allen Schattierungen von dunkelbraun bis schwarz sein. Letzteres wird nicht bevorzugt, wird aber toleriert, um einem Pigmentverlust vorzubeugen.

...ENDE ...